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Arbeitsrecht: All-In, Gleitzeit, Vertrauensarbeitszeit Home-Office, Telearbeit, Mobile Working

All-In, Gleitzeit, Vertrauensarbeitszeit Home-Office, Telearbeit, Mobile Working –– wie soll man sich hier ohne arbeitsrechtliches Studium auskennen?

personalBasis bringt Übersicht und Struktur in diesen Begriffs-Dschungel und hilft Ihnen damit, den richtigen Ansatz für die Gestaltung der Arbeitszeitmodelle Ihres Unternehmens zu finden.

All-In-Regelung

Die All-In-Vereinbarung (oder unechte Überstundenpauschale) stellt eine Vereinbarung dar, mit der die tatsächlich geleisteten Überstunden durch eine Überzahlung auf den kollektivvertraglichen Mindestlohn abgegolten werden.

Im Gegensatz dazu nennt die echte Überstundenpauschale eine konkrete Überstundenanzahl, welche monatlich fix abgerechnet und ausbezahlt wird. Die echte Überstundenpauschale wird in der Praxis immer mehr von All-In-Vereinbarungen abgelöst.

Eine mögliche Formulierung der All-In-Regelung im Arbeitsvertrag lautet:
„Die angeführten Entgelte (Gehälter, Prämien, Provisionen etc.) gelten einvernehmlich als All-In-Entgelt, mit welchem auch jegliche Mehr- und Überstunden sowie Reisezeiten, Rufbereitschaften, Feiertags- und Sonntagsarbeiten etc., mit Ausnahme der Aufwandersätze, durchschnittlich abgegolten sind.“

Gleitzeit-System

Im Rahmen eines Gleitzeit-Systems bestimmen die Dienstnehmer/innen Arbeitsstart und –ende innerhalb eines vereinbarten Zeitrahmens („Gleitzeitrahmen“) selbst. Häufig werden Kernzeiten, also Zeiten mit zwingender Anwesenheit, vorgegeben. Angespartes Zeitguthaben kann durch Zeitausgleich wieder abgebaut werden oder auch in die nächste Gleitzeitperiode übertragen werden.

Wesentliche Inhalte der Gleitzeit-Vereinbarung sind: Dauer der Gleitzeitperiode, Gleitzeitrahmen, Dauer und Lage der fiktiven Normalarbeitszeit sowie Übertragungsmöglichkeiten.

Gleitzeitvereinbarungen bedürfen zwingend in Betrieben mit Betriebsrat einer Betriebsvereinbarung, ansonsten schriftliche Einzelvereinbarungen!

Vertrauensarbeitszeit

Bei der Vertrauensarbeitszeit stehen die Erledigung einer Aufgabe bzw. die Erreichung eines vereinbarten Ziels im Vordergrund und nicht die dafür benötigte Zeit. Die Dienstnehmer/innen entscheiden eigenverantwortlich über die eigene Arbeitszeit und die Dienstgeber/innen verzichten dabei auf Zeitkontrolle.

Vertrauensarbeitszeit wird fast immer mit All-In-Regelungen verknüpft. Sie ist kein gesetzlich geregeltes Arbeitsmodell in Österreich, findet jedoch immer häufiger Anwendung.

Achtung: auch bei Vertrauensarbeitszeit gilt die Zeitaufzeichnungspflicht aus dem Arbeitszeitgesetz, von der nur leitende Angestellte ausgenommen sind. Ein Verstoß dagegen führt zu empfindlichen Strafen.

Home Office

Home Office bezeichnet die betrieblich eingeräumte Möglichkeit, Arbeit von zu Hause aus zu erledigen. Um bei derartigen Modellen dennoch an wichtigen Besprechungen und Terminen teilnehmen zu können, werden Arbeitnehmer/innen häufig mit sogenannten Home-Office-Paketen (Handy, Laptop, gesicherte Internet-Anbindungen an den unternehmenseigenen Server, Headset) ausgestattet.

Telearbeit / Mobile-Working

Unter Telearbeit versteht man die regelmäßige Verrichtung von Arbeit außerhalb der betrieblichen Räumlichkeiten des Arbeitsgebers unter Verwendung von Informationstechnologien (z.B. Internet, Telefon)“. Der im Sinne der modernen Technologien erweiterte Begriff des Mobile-Working wird als die Arbeit mit verschiedenen mobilen Geräten an verschiedenen Lokalitäten definiert. Arbeiten außerhalb des Büros als Home-Office zu bezeichnen greift also zu kurz, da Arbeit aufgrund der technologischen Entwicklungen heute überall stattfinden kann, nicht nur zu Hause.

→ Bei Home-Office und Telearbeit/Mobile-Working handelt es sich also um verschiedene Arbeitsformen, bei denen Mitarbeiter/innen ihre Arbeit teilweise außerhalb der Firmengebäude leisten.

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